Warum Timing-Präzision zur Überlebensfrage für Rechenzentren wird?

Wer heute ein modernes Rechenzentrum oder eine High-Speed-Netzwerk-Infrastruktur aufbaut, steht vor einem Problem: Die Standards werden schneller, aber die Anforderungen an Zuverlässigkeit werden noch strenger. 800G-Optik und PCIe Gen6 sind nicht mehr Zukunftsmusik – sie sind Gegenwart. Und mit ihnen kommt eine alte Komponente wieder in den Fokus: der Quarz-Oszillator.

Das versteckte Problem: Jitter in PAM4-Systemen

PAM4 ist eine intelligente Modulationstechnik. Sie packt mehr Daten in das gleiche Signal, indem sie nicht nur zwei Zustände (0 oder 1) nutzt, sondern vier. Das ist effizient – aber auch fragil. Ein bisschen Timing-Fehler und das ganze Signal bricht zusammen.

Das ist der Grund, warum Jitter – die winzigen Zeitfehler in Ihrem Oszillator – plötzlich kritisch wird. Während frühere Generationen mit 90fs Jitter zurechtkamen, verlangen moderne Systeme nach deutlich besseren Werten. Der Unterschied zwischen Funktion und Ausfall liegt oft im einstelligen Femtosekunden-Bereich.

Zwei Lösungen für zwei Szenarien

KDS hat erkannt, dass nicht jeder das Gleiche braucht. Deshalb gibt es zwei neue Serien – als Lösungen für unterschiedliche Anforderungen.

Für etablierte Standards (DS-Serie): 156,25MHz ist überall – in Switches, Routern, Netzwerk-Geräten. Die DS-Serie bringt hier drastisch bessere Jitter-Werte (32fs statt 90fs) zu den gleichen Frequenzen. Das ist kein großer Technologie-Sprung, aber ein großer praktischer Schritt für bestehende Systeme.

Für die nächste Generation (DE-Serie): Wer schon jetzt für 800G, 1,6T und noch höhere Standards plant, braucht nicht nur besseren Jitter, sondern auch höhere Frequenzen. Die DE-Serie geht bis 312,5MHz und bietet noch engere Frequenzstabilität (±20 ppm).

DE Serie Quarz Produkte
DE Serie
Quarz gegen MEMS: Warum das Material zählt

Im Markt gibt es zwei Ansätze: MEMS-Oszillatoren (klein, günstig) und Quarz-Oszillatoren (größer, teurer). Der Grund für den Unterschied liegt in der Physik. MEMS-Systeme brauchen interne Frequenzmultiplikation – und jede Multiplikation verschärft das Jitter-Problem. Quartz-Oszillatoren arbeiten mit hohem Q-Faktor und generieren von Grund auf sauberes Timing.

Für PAM4? Ist das kein Kompromiss – das ist die einzige verlässliche Option.

Die verborgene Komponente der AI-Infrastruktur

Wenn euer Rechenzentrum KI-Training oder Inferencing betreibt, habt ihr plötzlich Milliarden von Datenübertragungen. Ein einziger Fehler durch schlechtes Timing kann zu Stunden Neuberechnung führen. Timing ist hier nicht kosmetisch – es ist ökonomisch.

Praktisch relevant für:
  • Wer gerade 800G-Infrastruktur plant
  • Rechenzentren mit hohen Zuverlässigkeitsanforderungen
  • Telecom-Ausrüstungshersteller
  • Anybody, der nicht wissen möchte, warum Datenpakete verloren gehen
Was ihr wissen müsst

Beide Serien sind kompakt (bis 2,5×2,0mm), unterstützen Standard-Ausgangsformate (LV-PECL, LVDS) und sind ab Mitte 2026 in Serie verfügbar. Muster gibt es jetzt schon.

Die technische Frage ist also nicht mehr „ob wir bessere Oszillatoren brauchen“ – sondern „welche Serie passt zu unserem Roadmap?“

Fragen zur Integration? Kontaktiert uns – wir helfen bei der Auswahl und Evaluierung.